Von Zeit zu Zeit gerät eine Staatsanwaltschaft durch Ermittlungen oder durch Strafverfahren immer mal wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Einige der spektakulärsten Strafverfahren welche in den vergangenen 200 Jahren nicht nur im Kölner Raum zu einem enormen öffentlichen Interesse geführt haben, möchten wir Ihnen gerne in Erinnerung rufen.

 

"Grausame und unerhörte Ermordung zweier Frauenzimmer"

Am 12. September 1803 erfolgte die "grausame und unerhörte Ermordung zweier Frauenzimmer" in den Poller Weiden durch den katholischen Pfarrer Peter Josef Schaeffer, Pfarrer an der Kirche St. Maria in der Kupfergasse, der deswegen durch das Kriminalgericht in Aachen zum Tode verurteilt und durch die Guillotine hingerichtet wurde.

 

Einbruch in den Kölner Dom

Am 19. Oktober 1820 wurde ein Einbruch in den Kölner Dom bekannt, bei dem wertvolle Teile des Dreikönigsschreins herausgebrochen und entwendet wurden. Ein weiterer Einbruch in den Dom fand in der Nacht zum 02. November 1975 statt, wobei die drei Einbrecher mittels Bergsteigerausrüstung in die Domschatzkammer eindrangen und wertvolle Monstranzen und Kreuze entwendeten. Die Täter konnten mit Hilfe der Kölner Unterwelt gefasst und zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt werden.

 

Aachener Weberaufstand

Im Prozess wegen des Aachener Weberaufstands im August 1830 (Textilarbeiter hatten sich unter anderem gegen die Umstellung von Handwebstühlen auf mechanische Produkte gewehrt) wurden vor dem Kölner Schwurgericht in einem bislang nicht bekannten Mammutverfahren 74 Personen angeklagt, wobei nach 50 Verhandlungstagen drastische Strafen (unter anderen lebenslange Freiheitsstrafen) verhängt wurden.

 

Erzbischof im Klingelpütz

Im Rahmen des sogenannten Kulturkampfes wurden mehrere Strafverfahren gegen den Kölner Erzbischof Paulus Melchers geführt, der unter anderen geistliche Ämter ohne vorherige staatliche Genehmigung verliehen hatte. Da er die gegen ihn verhängte Geldstrafe nicht bezahlte, verbüßte er im Wege der Ersatzfreiheitsstrafe die Strafe in der Strafanstalt "Klingelpütz".

 

Herstadt-Pleite

Eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren Deutschlands fand Anfang der 80er Jahre statt, nachdem im Jahr 1974 die private Herstadt-Bank zusammengebrochen war und einen Schuldenberg von über 2 Milliarden DM hinterlassen hatte, dem nur Aktiva von 1 Milliarde DM gegenüberstanden.